Wortwitz

 “ICH KÖNNTE NIEMALS OHNE KÄSE LEBEN!“
Das sagte Susanne P. immer wieder, doch niemand nahm sie ernst.
Jetzt ist Susanne P. tot.
Am 21.11.2015 fand sie ihr Mitbewohner Ulf Z. leblos vor dem Kühlschrank.
Die 28 jährige Frau war wegen eines Sportunfalls bettlägerig und ihr Mitbewohner tätigte für sie alle Einkäufe.
Da er nach eigenen Aussagen vegan lebt und sich weigerte, “irgendwelche Tierleidprodukte“ zu kaufen, erlitt Susanne P. nach 5 Tagen einen akuten Käseentzug.
Freunde und Familienmitglieder sind schockiert, auch wenn sich einige schuldig fühlen, weil sie die verzweifelten Anrufe von Frau P. nicht ernst nahmen.
“Sie hat nur was von Gouda und Emmentaler gestammelt, da hab ich wieder aufgelegt. Ich dachte, sie hätte die Nacht durch gefeiert“ so ein gemeinsamer Freund von Susanne P. und Ulf Z. und weiter: “Wenn ich das gewusst hätte, also wie schlimm das für Susanne war, dann wär ich sofort zum nächsten S-Kauf gerannt und hätte ihr drei Kilo Gouda organisiert!“
Susanne P. schleppte sich in ihren letzten Minuten vom Bett zum Kühlschrank, in dem sich leider nur veganer Käse befand.
“Den wollte sie nie probieren, ich hab ihr das doch oft genug angeboten!“ ließ Ulf Z. nach seiner Festnahme verlauten.
Jetzt muss er sich vor Gericht wegen fahrlässiger Tötung oder gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge verantworten.
Gegen Freunde und Familienmitglieder wird wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt.
Auch auf prominenter Seite ist man über den Vorfall bestürzt. So fragte Starköchin Sarah Wiener gestern bei Maybrit Illner: “Wie viele Menschen müssen noch sterben?“
Politiker der Grünen und Linken weisen indes darauf hin, dass der Großteil der Weltbevölkerung mit Käse unterversorgt ist und dringend Spendenaktionen gestartet werden müssen.
Erste Käse-Sammelstellen werden in den nächsten Tagen unter dem Motto “Edamer Angels“ in Berlin, München, Dresden und Köln eröffnet. Weitere Städte folgen.
Es wird auch um Sachspenden wie Kühlschränke, Kühltaschen, Nasenklammern und Raumlufterfrischer gebeten.
Dass sich diverse Entwicklungs- und Schwellenländer gegen Käsespenden aussprechen und auf eine “regionale Laktoseintoleranz“ verweisen, hält man im Bundestag angesichts der Sachlage für “blanken Hohn“. Da sind sich alle Fraktionen einig.
Auch Jugendämter haben sich nach dem jüngsten Vorfall eingeschaltet, da die Zahl vegan ernährter Kinder steigt. “Wenn es sein muss, entnehmen wir die Kinder den Familien und ernähren sie unter Zwang. Mit Käsemangel ist nicht zu spaßen.“ ließ die Familienministerin verlauten.
Für Susanne P. kommen all diese Maßnahmen zu spät, doch hat sie uns gezeigt, dass Käsemangel tödlich ist und man jeden Hilferuf ernst nehmen muss.
Schlunz / Freier Journalist


Max und Moritz
Seht, da gehn die bösen Buben in des Metzgers Arbeitsstuben.
Sagen, sie würden gern mal sehen, wie die Würste so entstehen.
Messer, Cutter, Hackebeil, fänden sie so richtig geil.
Der Meister ist nicht abgeneigt, wenn jemand Interesse zeigt.
Er führt sie durch und zeigt es ihnen, die Maschinen zu bedienen.
Und nach seinem letzten Satz kriegt er eine vor den Latz.
Max und Moritz, diese Wichser, drehn den Meister durch den Mixer.
Der zappelt, schreit und windet sich, doch das stört die Beiden nicht.
Knorpel, Knochen, Innerein, werden eine Masse sein.
Kleingehackt und butterweich, neunzig Kilo Meisterfleisch.
Da stehn sie nun und fragen sich, wohin mit soviel Brotaufstrich.
Zaubern hurtig aus der Hose zehn Gramm Blüten in der Dose.
Kochen sich daraus nen Tee, schwups da ist sie, die Idee.
Peter war des Meisters Name, Hackepeter heißt er nun.
Ihn als Solches zu verkaufen, redlich wär es, dies zu tun.
So bringen sie den ganzen Brei nun rüber, in die Metzgerei.
Sie haben sich was vorgenommen, mit dem Geld, das sie bekommen.
Zu kaufen, haben sie entschlossen, reichlich Gras für die Genossen.
Doch reicht das Geld? Sie brauchen mehr! Es müssen noch mehr Leichen her!
Max und Moritz, völlig spitz, fehlt der rechte Geistesblitz.
So müssen sie zu diesen Zwecken, noch mal die Reserven checken.
Zaubern hurtig aus der Hose fünf Gramm Blüten in der Dose.
Kochen sich daraus nen Tee, schwups da ist sie, die Idee.
Leichenschauhaus, Altersheim, da müsste viel zu holen sein.
Und auch aus dem Krankenhaus, holen sie tonnenweise raus.
Nun stehen sie vor ihrem Werk, einem großen Leichenberg.
Wälzen sich und suhlen drin, von den Füssen, bis zum Kinn.
Ganz bunt sind sie, gelb, braun, rot, das kommt von Eiter, Blut und Kot.
Sie stöhnen geil und räkeln sich, das war wirklich meisterlich.
Drehn dann alles durch den Mixer und verkaufen es noch fixer.
Dönerbuden, Burgerketten, Currywürste und Bouletten.
Alle hauen kräftig rein und denken, es sei Rind und Schwein.
Solang's nicht riecht wie Pferdemist, will niemand wissen, was er frisst.
Max und Moritz, jede Wette, betreiben bald ne Burgerkette.
Für die Burger dieser Beiden müssen nicht mal Tiere leiden.
Tote Menschen kann man essen, wer Fleisch will, soll das nicht vergessen!
Und die Moral von der Geschicht? Moral hat man, oder nicht.

Annegret

Die Annegret hat ein Gerät, mit dem man tote Schweine brät, doch weil das Ding so krank ausschaut, hat sie’s auch gleich im Schrank verstaut.
Da sitzt sie nun und sagt sich leise: “Rohe Schweine schmecken scheisse!”
Geht los, kauft sich nen grossen Topf und kocht darin nen Schweinekopf.
Das Hirn quillt raus, die Augen auch, und schwimmen zwischen Speck und Lauch.
Das Ganze drei mal umgerührt, danach wird dann der Kopf tranchiert.
So steht sie vor mir mit ner Säge, in meinem Magen dreht sich’s rege, sägt und schnippelt an dem Schädel…völlig weich, das arme Mädel.
Die Ohren gibts beim Bäcker auch, mit Zucker, ohne Speck und Lauch.
Doch Nase, Backen und die Augen, tun nich mal was als Kuchen taugen.
Sie sticht ganz tief, es spritzt das Blut “Das Ding is ja noch gar nich gut!”
Das Kochen dauert seine Zeit, doch Hunger macht sich in ihr breit.
Da fällt ihr ein, dass son Gerät, zum braten ja im Schrank noch steht.
Sie holt es raus, obwohl ihr graut, dass dieses Ding voll krank ausschaut.
Das abgetrennte Einerlei, die Zunge und den ganzen Brei, legt sie nun auf das Bratgerät, so wie`s in Mutters Kochbuch steht.
Der Schädel grinst mich wässrig an, ob sowas nasses braten kann?
Das Ding fängt furchtbar an zu zischen, doch Annegret, die steht inzwischen tief versunken überm Topf und sucht die Augen von dem Kopf.
So habe ich nun schnell kapiert, dass dieser Kopf bald explodiert, mache mich ganz flink vom Acker, sag noch: “Anne, halt Dich wacker!”
Schliesse hinter mir die Tür und frag mich: Was kann ich dafür?

Am nächsten Tag komm ich zurück und hör ein Zischen, welch ein Glück, der Schädel ist nicht explodiert und Annegret ist nichts passiert.
Doch frag ich mich, warum ’s noch zischt und klopfe, doch sie hört wohl nischt, zieh und rüttel an dem Knauf, doch die Türe geht nicht auf.
Es riecht nach Grill, das kann nicht sein … brät die immernoch das Schwein?
Nein, es riecht sogar verbrannt, das habe ich nun schnell erkannt, ich wurd zwar nicht hereingebeten, doch die Tür wird eingetreten.
Das, was ich seh, das haut mich um, die Annegret liegt völlig krumm mit ihrem Kopf auf dem Gerät, mit dem man tote Schweine brät.
Ich sehe gleich, es ist zu spät, sie ist schon eins mit dem Gerät, sie zischt und blubbert und es stinkt, dass es mich um den Atem bringt.
Ich frag mich, was ist hier passiert, doch das ist schnell analysiert.
Es ist nicht schwer, das zu kapieren, der Kopf ging hoch und traf den Ihren, darauf fiel sie auf das Gerät, mit dem man tote Schweine brät.
Seit dem ist sie dabei zu braten, ist auch schon recht gar geraten, ihr Blick ist starr mit irrem Lachen, was sehe ich für grelle Sachen…
Sie zischt und dampft aus allen Poren, sogar aus den Segelohren, wie ein Kessel voller Wasser … nur viel krasser…
So habe ich nun schnell kapiert, dass dieser Kopf bald explodiert, mache mich ganz flink vom Acker, sag noch: “Anne, halt Dich wacker!”
Geh durch die eingetretene Tür und frag mich: Was kann ich dafür?

(Schlunz 1999 / 2009)


Ich liebe es!
Ich liebe es, wenn Mac Donalds mir weismacht, dass diese Werbung cool ist und man über diesen Scheiß lacht.
Ich liebe es, wie wir die Liebe missbrauchen, damit auch morgen die Öfen noch rauchen.
Ich liebe es, die Kühe und Schweine, nur Torso und Kopf, ganz ohne Beine.
Ich liebe es, Geschmack von durchgedrehten Rindern, die Kleinen lieben Tiere, drum verrat's nicht den Kindern.
Ich liebe es, Elend zu verdrängen, kann viel besser fressen als meinen Kopf anzustrengen.
Ich liebe es, kein Gefühl zu haben, bin halbtot im Innern, muss ein Loch mir graben.
Ich liebe es, muss es wie alle machen und über ein paar Veganer lachen.
Ich liebe es, bin ein Glied in der Kette, brauche Stresshormone und Leichenfette.
Ich liebe es, diesen Song zu singen, während die für mich ne ganze Herde umbringen.
Ich liebe es, wegen jedem Mist rum zu flennen, während massenhaft Tiere im Ofen verbrennen.
Ich liebe es, streiche Zeilen aus der Bibel, ersetz sie mit Rezepten, zum Beispiel Lamm mit Zwiebel.
Ich liebe es, wenn der Fernsehkoch schön fett ist, weil er auch in der Pause löffelweise Mett frisst.
Ich liebe es, wie es riecht auf den Toiletten, wenn grad Fleischesser drauf war'n, man kann sich gar nicht retten.
Ich liebe es, wenn ich bagatellisiere, jaja, wenn's schmeckt tu ich so als ob ich nichts kapiere.
Ich liebe es, haben Tiere eigentlich Seelen? Nene, die ham nur Menschen, drum kann man Tiere quälen.
Ich liebe es, in dieser Tierleid-Diktatur, ein Planet zum explodieren, warum schäm ich mich nur?
Ich liebe es...

Schlunz / 2003

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